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Wie eine alte Freundschaft zu einem neuen Abenteuer wurde

Es gibt Projekte, die man annimmt, weil sie gut bezahlt sind. Es gibt Projekte, die man annimmt, weil sie interessant klingen. Und dann gibt es Projekte, die man annimmt, weil man einfach nicht Nein sagen kann – weil sie einen packen, noch bevor die Arbeit überhaupt begonnen hat.

„Zwergenhammer und Feendiamant” ist so ein Projekt.

Eine Geschichte, die auf ihre Chance gewartet hat

Die Geschichte beginnt nicht im Jahr 2026. Sie beginnt vor fast 15 Jahren, als mir zwei Autoren – die unter dem gemeinsamen Pseudonym Ursus Piscis schreiben – ihr Manuskript zu lesen gaben. Ich war damals einer von wenigen Auserwählten, die einen Blick in diese Welt werfen durften. Und ich erinnere mich noch gut daran, wie mich diese Welt sofort in ihren Bann gezogen hat.

2018 erschien das Buch als Ebook bei Tolino Media. Für ein professionelles Lektorat, ein durchdachtes Marketing, die große Bühne – dafür hat es dann nicht mehr gereicht. Das Buch verschwand, wie so viele gute Bücher verschwinden: still und ohne das Publikum zu finden, das es verdient hätte.

Aber gute Geschichten warten. Sie warten geduldig darauf, dass die richtige Stimme kommt.

Warum ich nach fast 15 Jahren zurückgekehrt bin

Als ich das Buch neu in die Hand nahm, war es wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Die Figuren waren noch da, so lebendig wie damals. Die Welt war noch da, mit all ihrer Fantasie, ihrer Eigenheit, ihrer Wärme und ihren dunklen Ecken. Und ich spürte sofort: Das muss ich machen. Das will ich machen.

Als Sprecher und Schauspieler lebe ich davon, in andere Menschen – und andere Wesen – zu schlüpfen. Mich in eine Figur hineinzuversetzen, ihre Stimme zu finden, ihre Art zu denken und zu fühlen, ist das, was mich an meiner Arbeit am meisten fasziniert. Und selten hatte ich die Gelegenheit, das in einem einzigen Projekt so intensiv und so vielfältig zu tun wie hier.

Also habe ich mich hingesetzt. Und angefangen.

Drei Monate, die ich nicht missen möchte

Was dann folgte, waren fast drei Monate intensive Arbeit. Ich habe nicht einfach Text eingesprochen. Ich habe das Buch redigiert, lektoriert, in meinem Heimstudio aufgenommen und nachbearbeitet. Jeder Satz, jede Pause, jede Stimmfärbung war eine bewusste Entscheidung.

Das Ergebnis ist ein Hörbuch mit einer Gesamtlänge von 11 Stunden und 26 Minuten.

Aber was mich wirklich stolz macht, sind nicht die Zahlen. Es sind die Figuren.

Die Welt von Zwergenhammer und Feendiamant

Diese Geschichte ist bevölkert von Charakteren, die man so schnell nicht vergisst. Im Mittelpunkt steht Morlin Kupferbart, ein junger Zwerg, der seine Heimat verlässt, weil er unter seinesgleichen als Außenseiter gilt. Was als zielloser Aufbruch beginnt, entwickelt sich zu einer Reise, die ihn zu seiner Bestimmung führt – und ihn auf dem Weg grundlegend verändert.

Sein erster Wegbegleiter ist Kolalatz, ein Riese, der am Waldsee lebt und Morlin mit einer scheinbar einfachen Aufgabe betraut: ein verlorenes Amulett zurückzubringen. Doch dahinter steckt mehr. Kolalatz kennt die Mythen des „Diamanten der Götter” – und übergibt Morlin schließlich den Zwergenhammer, die einzige Waffe, die den Diamanten zu zerstören vermag.

Denn dieser Diamant ist gefährlich. Die Fee Fezescharwe hat ihn nach langer Suche gefunden, in der Absicht, seine Kraft für das Gute zu nutzen – doch der Fluch des Steins hat ihren Verstand verdorben. Was folgt, ist eine Spur der Verwüstung durch das Feenreich.

In einer Parallelhandlung macht sich eine zweite Gruppe auf den Weg: der Minnesänger Mispelnan, der Zauberer Rauzereb, der Ritter Tirret und der Druide Waldväterchen – ursprünglich auf der Suche nach einem verschwundenen Widder, finden sie sich bald mitten im Kampf gegen Fezescharwe und ihre Schergen wieder.

Und dann ist da noch Der G’selchte – ein Laufschwein, das Morlin zum treuesten Begleiter wird, den man sich vorstellen kann. Seine unstillbare Suche nach Fressbarem bringt die beiden in so manche verzwickte Situation, sorgt aber auch für die herzlichsten Momente der Geschichte. Und Cymidie, das Schnecklingsmädchen, das gebündelte Regenbögen aus der Luft zieht – eine Figur von solcher Zartheit und Eigenheit, dass ich beim Einsprechen ihrer Szenen jedes Mal innegehalten habe.

Zwei Handlungsstränge, eine Welt voller unvergesslicher Wesen – und ein Ende, das ich hier nicht verraten werde.

Was dieses Projekt mir bedeutet

Ich mache meinen Beruf, weil ich Geschichten liebe. Weil ich glaube, dass eine gute Geschichte – richtig erzählt – etwas in Menschen berühren kann, das sonst unberührt bleibt. „Zwergenhammer und Feendiamant” hat mich an dieses Gefühl erinnert. Und ich hoffe, dass das Hörbuch, wenn es erscheint, auch bei euch dieses Gefühl auslöst.

Auf meinen Kanälen auf Instagram und Facebook stelle ich nach und nach weitere Charaktere aus dem Buch vor – jeweils mit Hörproben direkt aus dem Hörbuch. Wer dabei sein möchte, wenn eine lange wartende Geschichte endlich ihre Stimme findet, der ist herzlich eingeladen, dabei zu sein.

 

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Peter Windholz

professioneller Sprecher, Sänger, Schauspieler

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